Üppiges Leinenhemd
Waren Leinenhemden am Anfang des Spätmittelalters noch einfach genäht und unter der Kleidung gut versteckt, begannen die Italiener früh damit - vielleicht wegen der Sommerhitze? - den Wämsern immer weniger Stoff zuzuteilen, sodass immer mehr vom Unterhemd sichtbar wurde. Wenn man es schon sehen kann, soll es auch nach etwas aussehen. Falten sind hübsch und verbrauchen immens viel Stoff, wodurch selbst ein schlichtes Leinenhemd sagt: "Ich war arg teuer", wenn es mit unzähligen Falten übersäht ist. Aus einem solchen Hemd hätte man wenige Jahre zuvor noch beinahe drei Stück nähen können. Neben dem hohen Preis kommt noch ein Problem hinzu: Das Nähen
Wer sich richtig dumm fühlen möchte, startet am besten bei einem solchen Hemd.
Aus diesem Grunde ist das von Valentino auch noch nicht fertig, da hier das Gefühl voll ausgekostet wird, der Stoff war schließlich nicht ganz billig.
Irgendwann wird das Hemd dann wohl mal fertig werden. Es besteht aus weißem Feinleinen von... wieviel Gramm waren das nochmal? ... 125 Gramm pro Quadratmeter. Der Kragen wird mit Seide und Perlen bestickt, was wohl das kleinste Problem sein wird. (Stand 27.2.2026) Und weil Hemden zu nähen richtig viel Spaß macht (nicht), wird eines aus Seide folgen.
